25.000 Kronen sollen Gemeinschaften für Gehörlose stärken
Es kann schon schwierig genug sein, sich allein zu fühlen. Aber für viele Gehörlose wird die Einsamkeit verstärkt durch Barrieren im Alltag, über die Hörende selten nachdenken.
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25.000 kr.
2026
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Dänischer Gehörlosenverband
Nehmen wir zum Beispiel einen Besuch im Bürgeramt, der für viele ganz selbstverständlich ist. Für Gehörlose kann es jedoch eine unüberschaubare Aufgabe sein. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, einen Gebärdensprachdolmetscher mitzunehmen, der das Anliegen erklärt, müssen viele versuchen, sich mit Stift und Papier verständlich zu machen. Oft ist das eine Lösung, bei der sowohl Nuancen als auch Sicherheit leicht verloren gehen.
– Es kann schwierig sein, klarzustellen, worum es bei der Anfrage geht, und oft haben die Mitarbeiter nicht die Zeit, solche Kommunikation zu leisten, erklärt die Beraterin beim Dänischen Gehörlosenverband, Josephine Anker.

Ältere Gehörlose sind eine übersehene Gruppe, meint die Organisation, und viele riskieren Isolation. Hörende können die lokale Bibliothek aufsuchen und einen Vortrag genießen oder Teil des lokalen Aktivitätszentrums werden, wo verschiedene Vorträge organisiert werden. Aber diese Möglichkeit haben viele Gehörlose nicht. Besonders herausfordernd wird es, wenn man außerhalb der größeren Städte wohnt und einen langen Weg zur lokalen Gehörlosenvereinigung hat, wo man Teil einer Gemeinschaft werden kann.
– Wenn man nicht frei mit seiner Umgebung kommunizieren kann, kann das sowohl zu Isolation als auch zu Einsamkeit führen. Deshalb sind Gemeinschaften in Gebärdensprache unglaublich wichtig. Hier trifft man Menschen, die einen verstehen – nicht nur die Sprache – sondern auch das Leben als Gehörloser, sagt Josephine Anker, die selbst gehörlos ist und daher das Interview mit Hilfe eines Dolmetschers führt.
– Stell dir vor, wir müssten dieses Interview ohne einen Dolmetscher führen. Das ist das Gefühl, das Gehörlose jeden Tag haben.
Im Jahr 2025 startete der Dänische Gehörlosenverband das Projekt Gut Leben mit Unterstützung der Gesundheitsbehörde. Es handelte sich um eine besondere Initiative, die sich an Gehörlose über 65 Jahre richtete, mit dem Ziel, Einsamkeit vorzubeugen und Funktionsverlust entgegenzuwirken.

Das Projekt wurde gerade evaluiert, und die Schlussfolgerung ist, dass gebärdensprachliche Gemeinschaften eine große Bedeutung für das Wohlbefinden, die Gesundheit und die Lebensqualität älterer Gehörloser haben. Die Erfahrungen zeigen außerdem, dass der Bedarf an Gemeinschaften, die gezielt auf Gehörlose ausgerichtet sind, viel größer ist als erwartet.
Das Projekt hat dazu beigetragen, Einsamkeit zu verringern und neue soziale Beziehungen im ganzen Land zu schaffen. Gleichzeitig haben die Teilnehmer mehr Motivation gewonnen, sich zu bewegen, aktiv teilzunehmen und auf ihre mentale und physische Gesundheit zu achten. Besonders das Treffen und die freie Kommunikation in Gebärdensprache wird als entscheidend hervorgehoben, geht aus der Evaluation hervor.
Der Dänische Gehörlosenverband hat anschließend "Gut Leben 2.0" entwickelt, das darauf abzielt, stärkere Gemeinschaften für Gehörlose über 55 Jahre sowie für Menschen in flexiblen Jobs und Erwerbsminderungsrentner zu schaffen. Das Projekt baut auf den Erfahrungen von Gut Leben auf, an dem bereits mehr als 300 Teilnehmer an sozialen Aktivitäten und Gemeinschaften in Gebärdensprache teilgenommen haben. Die Sonne und Strand bei Margit und Kjeld hat das neue Projekt mit 25.000 Kronen unterstützt.
– Es ist eine Spende, für die wir sehr dankbar sind. Die Mittel helfen, noch mehr Gebärdensprachgemeinschaften im ganzen Land zu schaffen. Bereits jetzt wurden an mehreren Orten im Land Wandergruppen eingerichtet, in denen Gehörlose sich über Bewegung, Gemeinschaft und Gespräche in einem sicheren Rahmen treffen können, sagt Josephine Anker.

Darüber hinaus wurden mehrere spezielle Gesprächsgruppen eingerichtet, in denen die Teilnehmer Gedanken und Erfahrungen zu Themen teilen können, die schwer mit anderen zu besprechen sind. Es kann zum Beispiel um die Trauer darüber gehen, nicht natürlich mit seinen Enkeln kommunizieren zu können, oder das Gefühl, von seiner Umgebung nicht verstanden zu werden.
– Es ist ein sicherer Raum, der den Teilnehmern die Möglichkeit gibt, schwierige Gefühle in Worte zu fassen und vielleicht auch einige Werkzeuge zu geben, wie man mit einer Situation umgeht, in der man sich ausgeschlossen fühlt, sagt Josephine Anker.
Ein Teil der Spende soll auch die Transportkosten für Gehörlose unterstützen, die weit vom nächsten Gebärdensprachgemeinschaft leben. Für viele kann die finanzielle Situation entscheidend sein, ob sie die Möglichkeit haben, teilzunehmen. Besonders in kleineren Gemeinden kann die Entfernung zu anderen Gehörlosen groß sein, und einige wählen die Gemeinschaft ganz aus, weil der Transport zu teuer wird. Dadurch besteht das Risiko, dass die Einsamkeit weiter wächst.
Im Dänischen Gehörlosenverband hofft man, dass das Projekt dazu beitragen kann, dass mehr Gehörlose Zugang zu Gemeinschaften erhalten.
– Wir hoffen, dass mehr ältere Gehörlose erleben, wie Gebärdensprachgemeinschaften dazu beitragen können, Einsamkeit und Isolation zu brechen, und dass sie das Gefühl bekommen, nicht allein zu sein, sagt Josephine Anker.
Fakten
- Das Projekt Lev Godt 2.0 soll Einsamkeit und Isolation unter Gehörlosen über 55 Jahren sowie bei Flexjobbern und Erwerbsminderungsrentnern vorbeugen.
- Die Mittel der Spende tragen unter anderem zu Wandergruppen, Gesprächsgruppen und Transporthilfe bei.
- Das Projekt findet in Gebärdensprache statt und basiert auf Gemeinschaften von Menschen mit gemeinsamen Erfahrungen und Lebensbedingungen.