Spende von Sonne und Strand bei Margit und Kjeld soll Teenagern mit ADHD helfen
Die Teenagerjahre können eine herausfordernde Zeit sein – besonders für junge Menschen mit ADHD, die oft mehr Rückschläge und größere Schwierigkeiten mit der Selbstständigkeit erleben als ihre Altersgenossen. Jetzt startet der ADHD-Verein das Projekt „Gut auf dem Weg“, das Teenagern und ihren Eltern helfen soll.
Eine Spende von 105.000 Kronen von Sonne und Strand bei Margit und Kjeld ermöglicht es dem ADHD-Verein, neues, zielgerichtetes Material zu entwickeln, das Teenagern mit ADHD und ihren Eltern beim Übergang ins Erwachsenenleben unterstützen soll.
– Wir erleben einen großen Bedarf an Unterstützung für junge Menschen mit ADHD und ihre Familien, besonders in den schwierigen Übergangsphasen. Viele Eltern fühlen sich machtlos, und die Jugendlichen stehen oft ohne die richtigen Werkzeuge da, um den Alltag zu bewältigen. Mit dieser Spende können wir ihnen die Hilfe geben, die sie brauchen, sagt Camilla Louise Ganzhorn, die Direktorin des ADHD-Vereins.
Das Material für die Jugendlichen wird leicht verständliche Texte und kurze Filme enthalten, die über QR-Codes Zugang zu Wissen über ADHD und Methoden zur Bewältigung des Alltags bieten.
Gleichzeitig wird ein umfassender Leitfaden für Eltern entwickelt, die oft in einem schwierigen Gleichgewicht zwischen Unterstützung und Raum für die Selbstständigkeit ihrer Teenager stehen.
– Wir erleben Erwachsene, die am Rande stehen, und unsere Hoffnung ist, dass das Projekt den Familien etwas früher helfen kann und so den Alltag ein wenig einfacher macht. Ich hoffe, dass die Jugendlichen erleben, dass sie nicht falsch sind und dass sie die Werkzeuge bekommen, die ihnen Zugang dazu geben, zu zeigen, was sie können, sagt Camilla Louise Ganzhorn.
Darf nicht am Bahnsteig zurückgelassen werden
In dem Material können die Eltern Wissen und Werkzeuge abrufen, um ihren Kindern zu helfen, gesunde Gewohnheiten beizubehalten, ihre Ausbildung fortzusetzen und die Fallstricke zu vermeiden, in die viele junge Menschen mit ADHD geraten können.
Für einige kann es eine Herausforderung sein, einfach morgens aufzustehen, Hausaufgaben zu machen, einzukaufen und generell die Dinge zu erledigen, die zum Alltag gehören. Laut Camilla Louise Ganzhorn verlassen 37 Prozent der Jugendlichen mit ADHD die Grundschule ohne den Abschluss. Das verringert ihre Möglichkeiten, sich für eine weiterführende Schule zu bewerben.
– Es gibt keine Beweise dafür, dass diese Jugendlichen eine niedrigere IQ haben, aber sie haben Schwierigkeiten, in den Rahmenbedingungen zu lernen, die die Grundschule bietet. Das Ziel des Projekts ist es, sicherzustellen, dass die Jugendlichen Bewältigungswerkzeuge erlernen, die den Alltag erleichtern, sagt Camila Louise Ganzhorn.
Statistiken zeigen außerdem, dass 25 Prozent der Jugendlichen mit ADHD im Alter von 15 bis 24 Jahren weder in Arbeit noch in Ausbildung sind. Sie sind zudem häufiger in Kriminalität, Verkehrsunfälle und Missbrauch verwickelt als ihre Altersgenossen.
– Es ist wichtig, dass wir diese Kinder und Jugendlichen nicht am Bahnsteig zurücklassen, ohne dass sie ihre Handlungsmöglichkeiten kennen. Wir haben eine menschliche und gesellschaftliche Verantwortung dafür, dass ein Mensch sich in unserer Gesellschaft zurechtfinden kann.
Das Material wird an relevante Stellen wie PPR, die Bezirkspsychiatrie und Psychinfo verteilt, wo es möglichst vielen Familien zugutekommen kann.
Der ADHD-Verein setzt sich seit über 40 Jahren dafür ein, bessere Bedingungen für Menschen mit ADHD und deren Angehörige zu schaffen.